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Mieterverein: Hamburgs Vermieter langen zu

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Neun Monate nach Erscheinen des neuen Mietenspiegels im Dezember 2017 zieht der Mieterverein zu Hamburg Bilanz. Bei der Prüfung von fast 4.000 Mieterhöhungsbegehren der Mitglieder durch die Rechtsabteilung des Vereins sei eine beängstigende Häufung von falschen und unberechtigten Forderungen aufgedeckt worden. Drei von vier Mieterhöhungen enthielten Fehler. Die finanziellen Nachteile für die Mieter belaufen sich laut Mieterverein bei den geprüften Fällen auf bis zu 3.500 Euro im Jahr.

Weil Vermieter keine Sanktionen bei falschen Mieterhöhungen fürchten müssen und die Mieter aufgrund der Wohnungsnot Angst um ihr Zuhause haben, dränge sich der Verdacht auf, dass nach der Prämisse verfahren werde, „der Versuch macht klug“. Dabei werde beispielsweise die Wohnlage verbessert, die Kappungsgrenze von 15 Prozent nicht beachtet, die zwölfmonatige Sperrfrist zwischen Mieterhöhungen außer Acht gelassen, der Modernisierungszuschlag hinzugerechnet oder die ortsübliche Vergleichsmiete weit über den Werten des Mietenspiegels verortet.

„Wir stellen zusehends eine Erosion des rechtsstaatlichen Verhaltens auf Seiten vieler Vermieter fest. Besorgniserregend ist das auch deshalb, weil es sich bei der Wohnraummiete um ein Dauerschuldverhältnis handelt, dem eigentlich ein partnerschaftliches Miteinander zugrunde liegen sollte“, sagte Siegmund Chychla, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg.

Mit ihren Mieterhöhungsverlangen haben Hamburgs Vermieter seit Dezember 2017 nach Schätzungen des Vereins zu Unrecht rund 20 Millionen Euro zu viel gefordert. Dabei mache es keinen Unterschied, ob es sich um unerfahrene Kleinvermieter oder professionelle Vermieter mit größerem Wohnbestand handelte.

Die negativen Erfahrungen aus der Mitgliederberatung werden auch durch die Auswertung des Online-Checks für Mieterhöhungen gestützt. Der vom Mieterverein kostenlos angebotene Check bestätigt, dass rund drei Viertel der Online untersuchten Mieterhöhungsverlangen zu beanstanden waren. In 60 Prozent der Fälle bestand der Verdacht, dass die ortsübliche Vergleichsmiete überschritten wurde. 

Die Häufung der unberechtigten Mieterhöhungen lasse nur einen Schluss zu: Mieter sollten jede Mieterhöhung prüfen, weil eine vorschnell erteilte Zustimmung zu finanziellen Schäden und zum Anstieg der ortsüblichen Mieten im nächsten Mietenspiegel führe.

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von factum
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